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Darmstädter Echo vom 7. September 2015
von Bernd Kalkhof

 

Foto: Jürgen Pfliegensdörfer

 

Einmal im Jahr spielt die MSG Bieberau/Modau in der Peripherie. Der Ausfliug in die Darmstädter Böllenfalltorhalle spült zwar Geld in die Vereinskasse, sportlich indes hat sich nur selten gelohnt für die Odenwälder.So auch nicht an diesem Samstagabend. Dabei sah es in den ersten 20 Minuten danach aus, als würde der Gastgeber seiner Favoritenrolle gerecht werden. Gute Abwehrarbeit hatte den Falken geholfen, sich über 4:3 auf 7:3 abzusetzen. Doch nach dem 9:6 stockte plötzlich die offensive Herrlichkeit. Hinten bekam die Defensive keinen Zugriff mehr auf die quirligen TV-Spieler Fabian Kraft (4 Tore) und David Acic (6). Mit dynamischen Eins-Eins-Aktionen schafften die Gäste den erfolgreichen Abschluss. Auch Sebastian Paul (6) hatte mit wuchtigen Stemmwürfen großen Anteil an der Aufholjagd. „Wir haben den Ball gut laufen lassen und die Räume genutzt. Aber vor allem haben wir die Dinger reingemacht“ freute sich David Acic diebisch, Acic verkörperte das Groß-Umstädter Vorbild in Sachen Kampf und Leidenschaft.

 

Zur Halbzeit gelang dem Turnverein das 15:15-Unentschieden. Dann ereilte den Odenwäldern ein kollektiver Ausfall. Vorne lief beinahe gar nichts mehr zusammen, hinten schlug es ein. MSG-Keeper Markus Podsendek hatte eine rabenschwarzen Tag erwischt. Während ihm die erste nennenswerte Parade in der 38.Minute gelang, konnte sich Gegenüber Lucien Zwiers nach dem Wechsel mächtig steigern. Der Torwart entschärfte reihenweise Würfe der Falken,. denen  nach dem Wiederanpfiff bis zur 52.Minute gerade mal vier Tore gelangen. Zu diesem Zeitpunkt war das Derby bereits gelaufen, der TVG auf 19:26 enteilt. Es fand sich einfach niemand mehr, der das Ruder rumreißen konnte. Zwar zählten die Bundesliga-Rückkehrer Felix Kossler (5) und Maximilian Schubert (6) zu den Haupttorschützen der Odenwälder, doch in den entscheidenden Phasen leisteten sich auch die beiden erfahrenen Außen Fehlwürfe. Noch weiniger lief im Rückraum zusammen. Benedikt Seeger (Daumenverletzung) war angeschlagen, Darren Weber überfordert, Neuzugang Daniel Zele braucht noch Zeit. So blieb Till Buschmann (3) der einzige Lichtblick. Der Linkshänder aus Bessungen fühlt sich scheinbar wohl in unmittelbarer Nähe der Heimat. Doch es half nicht, wieder einmal ging der brisante Vergleich an die Gäste von der Weininsel. Sie können sich zu diesem besonderen Anlass scheinbar auch besonders motivieren. Nur eine Woche nach der bitteren Heimpleite gegen den HSV Bad Blankenburg war Groß-Umstadt nicht wiederzuerkennen. Aufgrund des schweren Programms der nächsten Wochen zwei ganz wichtige Zähler für den kleinen Verein, der um den Klassenerhalt kämpft. Einig waren sich hernach alle Anwesenden: Der Sieg für die Gäste war hochverdient.
 
MSG Bieberau/Modau Falken: Podsendek und Müller (im Tor), Schubert 6/1, Seeger 2, Kossler 5, Lorenz 4, Buschmann 3, Zele 1, Arnold 1, Büttner 1, Weber


TVG: Zwiers und Tefarikis (im Tor), See 7/4, Paul 6, Acic 6, Kraft 4, Eisenträger , Blank 1, Kramer, Kraus, Brunner, Kwiatkowski, Wesche. Zeitstrafen: 5/5, rote Karte: Arnold (MSG/grobes Foulspiel), Siebenmeter: 1/1 und 4/4, Zuschauer: 900
 
Stimmen zum Spiel:
 
Ralf Ludwig, Trainer MSG: „Die Niederlage war verdient. Wir haben nach der Führung den Faden verloren. Man konnte auch sehen, das wir mit den vielen Neuzugängen noch nicht so eingespielt sind“.


Holger Zindt, Abteilungsleiter TVG: „Die MSG hat heute quasi ohne Torwart gespielt. Wir konnten uns nach der ersten Hälfte deutlich steigern, beides hat den Unterschied ausgemacht“.


Tim Beckmann, Trainer TVG: „Wir haben auch Fehler gemacht, aber haben das Derby besser angenommen. Nach der Pause stand der bessere Torwart bei uns im Tor, was entscheidend war“.


Peter Städter, (9 Jahre Betreuer MSG): „Uns fehlt hier scheinbar regelmäßig das Sieger-Gen. Taktisch hat die MSG viel falsch gemacht. Vorne wurde keine Lösung gegen die offensive Abwehr des TVG gefunden“.


Reinhard Arnold, Bezirksschiedsrichterwart aus Habitzheim: „Groß-Umstadt hat verdient gewonnen, weil sie einfach den besseren Torhüter aufbieten konnten. Irgendwie wollten die Umstädter einfach mehr“.