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18. März 2013  | Von Hans-Peter Seubert

Quelle: Darmstädter Echo

 

Gäste tanzen nach dem Derby

 

Handball, Dritte Liga – Groß-Umstadt unterliegt Groß-Bieberau 28:30 vor 900 Zuschauern

 

 

„Ich schaff’ das schon. Bis jetzt haben wir in allen Auswärtsspielen, in denen ich alleine war, gewonnen.“ Groß-Bieberaus Torwart Markus Podsendek – Andre Karmatschek fehlte wegen Grippe und Abitur-Stress – sollte recht behalten. Am Ende des Drittliga-Schlagers tanzten die Gäste. Die Garde des TV Groß-Umstadt stand geschlagen – und zurückgerutscht auf Abstiegsplatz 14 – in der Halle. Der effektivste Spieler, Kreisläufer Oliver Schulz (8 Treffer), brachte das erschütternde Ergebnis auf den Punkt: „Wir waren im Angriff nicht effizient und auch das Deckungsverhalten war zu zaghaft. Wenn du ein Derby gewinnen willst, musst du den Kampf annehmen.“

Gäste-Kapitän Mathias Konrad (6), nach dem Wechsel neben Alexander Lemke (4) und dem Halbrechten Michael Malik (9/2) Garant des Husarenstreichs, plauderte entspannt: „Ich bin jetzt fünf Jahre in Groß-Bieberau, das war der deutlichste Derby-Sieg.“ Das Hinspiel vor 1300 Zuschauern in der Darmstädter Böllenfalltorhalle endete am 4. November 25:25. Spielmacher Lemke setzte selbstbewusst einen drauf: „Ab der 45. Minute haben wir gezeigt, was wir können.“

Groß-Umstadts Sportlicher Leiter Holger Zindt, war angefressen wegen der Leistung seiner Helden: „Wir müssen jetzt den Mund abwischen. Wir haben keine angenehmen Spiele mehr.“ Heißt im Klartext Abstiegskampf. Verschärft am Mittwochabend (20 Uhr) im Nachholspiel gegen den Vorletzten SV Zweibrücken.

Das faire Derby lebte von Kampf, Spannung und Solisten. Die Torhüter Karim Ketelaer (Groß-Umstadt) und Markus Podsendek stachen. Die reifere Spielanlage, Disziplin, sowie in Halbzeit zwei die zielstrebige Leistung des Rückraums und der Abwehr waren beide Zähler wert. Der Tabellenvierte hatte vor der Pause Mühe mit der Überfall-Abwehr der Gastgeber (4-1-1), die schnell und aggressiv Verwirrung stiftete. Da ließ sich der Rückraum zu Fehlwürfen und Ballverlusten hinreißen. In der Abwehr bestrafte der ausgefuchste Kreisläufer Oliver Schulz mit sechs seiner acht Treffer zwischen der 15. und 30. Minute Lücken und Unordnung im Mittelblock. 11:8 (22.) und 13:10 (25.) führte der Herausforderer.

Groß-Umstadts Rückraum, Mittelspieler Tegaday Ramos-Nuez (4) ausgenommen, entpuppte sich weitgehend als Ausfall. Torjäger Florian See halbrechts brauchte für 5/2 Treffer 16 Wurfversuche. Hüne Philipp Becker (halblinks/3) wirkte hüftsteif und ziellos. Vor allem in der zweiten Halbzeit zwang Groß-Bieberau den Angriff in die Mitte, wo der Abwehrriegel die Schützen aggressiv konterte oder zu Notwürfen zwang. Trainer Tim Beckmann: „Wir sind immer dahin gegangen, wo es eng wurde und die langen Spieler des Gegners standen – ins Zentrum.“

Die Strategie war anders verabredet: den Gegner ins Rollen bringen und an den Nahtstellen zwischen Außen und Halben knacken. Beckmann: „Zu viele Spieler haben nicht ihre Leistung abrufen können.“ Da greift die beste Taktik nicht. Rechtsaußen Kai Kramer (vier Versuche, vier Treffer) wies einen Weg, wie die Odenwälder verwundbar waren.

Acht Minuten vor dem Abpfiff (24:25) schwächte sich der Verlierer mit Zeitstrafen gegen Schulz und See. Die cleveren Gäste – allen voran Kapitän Konrad und Malik – bedankten sich. Beim 29:24 (56.) begannen die Odenwälder, mit ihnen gut 200 Anhänger, mit dem Jubel. Spielertrainer Florian Bauer, der mutig beide Halbzeiten mit der jungen Garde begann und, wenn es eng wurde, die Haudegen Dennis und Alexej Rybakow sowie sich selbst einwechselte, erkannte: „Wir hatten sechs Rückraumspieler und wir hatten von hinten heraus mehr Power und Kampfkraft.“ Dieses Rezept ging auf.