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Von Bernd Kalkhof/ Darmstädter Echo

 

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GROSS-BIEBERAU - Die Rhein-Neckar-Löwen kommen als Jubiläumsgast in den Odenwald. Doch der amtierende deutsche Handball-Meister machte ernst und ließ dem Drittligisten MSG Bieberau/Modau beim 47:17 (19:8) zu keinem Zeitpunkt den Hauch einer Chance.

Die 1050 Zuschauer kamen am Samstagabend in Groß-Bieberau dennoch voll auf ihre Kosten. Die MSG Bieberau/Modau verbuchte eine rundherum gelungene Veranstaltung anlässlich des 125-jährigen Bestehen der TSG Groß-Bieberau.

Die derzeit wohl beste deutsche Mannschaft brachte nicht nur ihren kompletten Kader mit in den Odenwald, auch das Löwen-Maskottchen Conny unterstützte die Promotion-Aktion des in der Mannheimer SAP-Arena ansässigen Bundesligisten. Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen schonte lediglich den Schweizer Ausnahmespieler Andy Schmid (ebenfalls in der Halle) wegen Problemen am rechten Sprunggelenk. Ansonsten standen auf Seiten der Kurpfälzer beinahe ausnahmslos Nationalspieler auf dem Parkett. Beeindruckend, der groß gewachsene Mittelblock der Löwen um Gedeon Guardiola und Neuzugang Kristian Bliznac (HSG Wetzlar).

Die wackeren Gastgeber spielten den Ball schnell durch die eigenen Reihen, um Lücken im kompakten Abwehrgebilde der Löwen zu kreieren. Doch die Riesen in Gelb-Schwarz erwiesen sich auch als äußerst bewegliche Einheit. Es dauerte elf Minuten, ehe Lucas Bauer das erste Tor für die Falken markierte. Da hatte der Favorit schon sechsmal getroffen. Vorwiegend über den Kreis suchten die Löwen den Abschluss. Der wuchtige Kreisläufer Rafael Baena (8 Tore) gab der MSG-Defensive viele Rätsel auf.

"Baena ist eigentlich nicht zu verteidigen. Wir haben es ein paar Mal geschafft, ihn zu stoppen. Da mussten wir aber mindestens mit zwei Spielern an ihn ran", hatte Abwehrstratege Till Buschmann höchsten Respekt vor der Leistung des Spaniers. Zielstrebig und ohne Kompromisse spulte der Meister sein Programm herunter. Bei den Südhessen kamen viele Akteure in der Offensive an ihre Grenzen. Die Außen Kris Jost und Robin Büttner nutzte ihre Möglichkeiten aber eiskalt. So fand die MSG nach dem 2:10 (18. Minute) besser in das Spiel. Nach 27 Minuten stand es 6:16.

Im zweiten Spielabschnitt hielten die Gäste das Tempo hoch. Jeder Fehlwurf der MSG wurde auf der anderen Seite gnadenlos bestraft. Gudjon Sugurdsson und Jerry Tollbring stachen neben Patrick Groetzki heraus. Doch auch die Odenwälder konnten ein paar Nadelstiche setzen. Dennoch stand es in der 47. Minute schon 14:34.

Während der mit hohen Qualitäten im Eins-gegen-Eins ausgestattete MSG-Neuzugang Hrvoje Batinovic glücklos spielte, gelang dem zweitliga-erfahrenen Markus Semmelroth nach der Pause ein guter Einstand. Auch die Linkshänder Jonas Dambach und Lucas Bauer deuteten Potenzial an. Der neue Falken-Trainer Thorsten Schmid jedenfalls ist mit dem bisherigen Verlauf der Vorbereitung zufrieden. "Wir werden vom Umfeld gut unterstützt und könne uns ganz auf die Mannschaft konzentrieren", sagte der Übungsleiter. Immerhin gilt es, ein halbes Dutzend Neuzugänge zu integrieren.

Nach dem Schlusspfiff war Oliver Roggisch der gefragteste Mann auf dem Parkett. Geduldig kam der 205-fache Nationalspieler und Weltmeister von 2007 den vielen Wünschen nach Autogrammen und Selfies nach. Vor dem Spiel hatte Roggisch eine Trainingseinheit mit einer Jugendmannschaft der MSG geleitet. Anschließend wollte sich der sportliche Leiter der Löwen schon beinahe für die gewissenhafte Leistung seiner Schützlinge entschuldigen. "Wir haben zuletzt bei einigen Tests die letzte Konsequenz vermissen lassen, besonders in der Abwehr. Das war leider Pech für die MSG", erklärte der ehemalige Abwehrspezialist.

"Es wäre schön, wenn wir uns in zwei Wochen noch mal wiedersehen würden", erwiderte Thorsten Schmid in der Pressekonferenz mit einem schelmischen Grinsen. Denn am 19. und 20. August sind die Rhein-Neckar-Löwen wieder in Südhessen zu Gast. Beim DHB-Pokal-Turnier, das die MSG in Darmstadt ausrichtet, spielen sie gegen den Bundesliga-Absteiger HSG Balingen-Weilstetten. Im zweiten Duell misst sich die MSG Groß-Bieberau/Modau mit dem Zweitligisten ThSV Eisenach. Die Sieger dieser beiden Partien treffen dann Sonntags aufeinander. Für diese Veranstaltung in der Darmstädter Böllenfalltorhalle sind noch genügend Karten erhältlich.

MSG Groß-Bieberau/Modau: Juzbasic und Khan (im Tor), Buschmann 1, Semmelroth 3, Malik 4/3, Batinovic 1, Bauer 2, Büttner 3/1, Jost 4, Rivic, von Stein, Darren Weber, Lebherz und Dambach.

Rhein-Neckar-Löwen: Palicka und Appelgren (im Tor), Baena 8, Groetzki 7, Tollbring 7/2, Sigurdsson 6/3, Petersson 4, Guardiola 4, Rnic 4, Reinkind 3, Radivojevic 2, Mensah 1, Taleski 1, Pekeler, Bliznac, Trost.

Zeitstrafen: 1/0, Siebenmeter: 6/4 und 5/5, Zuschauer: 1050.