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Zweibrücker Löwen holen gegen Ex-Zweitligisten Groß-Bieberau einen Punkt!

Sonntag, den 21. April 2013 um 08:00 Uhr

           

Geschrieben von: Christian Gauf

Irgendwie wussten die Fans der Zweibrücker Löwen am Samstagabend um 19.27 Uhr nicht so recht, ob sie nun jubeln, oder ob sie trauern sollten. Gerade war nämlich das vorletzte Heimspiel dieser Drittligasaison gegen den langjährigen Zweitligisten TSG Groß-Bieberau zu Ende gegangen.

Thomas Zellmer hatte 15 Sekunden vor Spielende in Überzahl für die 64er das 31:31-Unentschieden erzielt. Ein durchaus verdientes Unentschieden, wobei sich aber eben doch die Frage stellte, ob dies nun ein gewonnener oder ein verlorener Punkt war.

Beim Blick in die aktuelle Drittligatabelle war es wohl eher ein Punktverlust, beim Blick auf die zur Verfügung stehenden Spieler beider Mannschaften ganz bestimmt jedoch ein Punktgewinn.

Denn während die Gäste ihre Stars, Torjäger Michael Malik, Dennis und Alexej Rybakov, Alexander Lemke oder Mathias Konrad im Aufgebot hatten, fehlten auf Zweibrücker Seite neben dem lange verletzten Mannschaftskapitän Marian Müller vor alle Spielmacher Torben Rixecker, zuletzt in sehr starker Verfassung, bzw. Jugendnationalspieler Jerome Müller und Linksaußen Daniel Sorg.

Nur acht Feldspieler umfasste somit das Zweibrücker Aufgebot, das sich allerdings als große „kämpferische Einheit“ präsentierte.

„Ich bin heute unheimlich stolz auf meine Mannschaft“, war SV-Trainer Stefan Bullacher nach Spielende mit der gezeigten Leistung seiner Truppe alles andere als unzufrieden, selbst wenn sie den Rückstand auf den rettenden 13. Tabellenplatz halt doch nicht merklich verkürzen konnte. Dazu wäre einfach ein weiterer Heimsieg nötig gewesen.

Verlieren, das war von Anfang an erkennbar, wollten die Gäste dieses Spiel auf keinen Fall. Sie präsentierten sich hoch motiviert, mit einer sehr kompakten 6:0-Abwehrformation. Und so verlief der Start in dieses vorletzte Heimspiel aus Zweibrücker Sicht im Prinzip alles andere als wunschgemäß. Denn die Defensive des Ex-Zweitligisten, machte es den Löwen gerade in der Anfangsphase sehr schwer, zum Erfolg zu kommen. So war es zu Beginn des Spieles insbesondere Kubo Balaz, der mit seinen Toren dafür sorgte, dass die Löwen den Anschluss nicht gänzlich verloren.

Denn die Gäste entfachten in der Anfangsphase richtiggehend ein Feuerwerk, zogen über 3:6 in der neunten Spielminute zum 4:9-Zwischenstand in der elften Minute weg. Dabei war auf Groß-Bieberauer Seite der gebürtige Zweibrücker Michael Malik Garant für den erfolgreichen Start. Der 19jährige stellte seine Torjägerqualitäten einmal mehr mit Nachdruck unter Beweis, fügte seinen bislang 166 Treffern am Samstagabend elf weitere hinzu.

Kein Wunder, dass SV-Coach Stefan Bullacher bereits in der 12. Spielminute seine grüne Karte für das „Team-Time-out“ auf den Zeitnehmertisch legte. Danach fingen sich seine Spieler erkennbar, verteidigten noch etwas aggressiver, spielten im Angriff geduldiger – und kamen durch Tore von Tim Burkholder, Benni Zellmer und Kubo Balaz in eigener Unterzahl auf 7:9 heran.

Nun wirkten die Gäste angeschlagen. Die 64er nutzten dies, vermochten, nachdem Gäste-Spielertrainer Florian Bauer in der 18. Spielminute seinen bis dahin wenig glücklichen Torhüter Markus Podsendek durch Andre Karmatschek ersetzte, zunächst zum 10:10 auszugleichen, um danach innerhalb der folgenden fünf Minuten sogar auf 13:10 wegzuziehen.

Jetzt hatten sich die 64er in die Begegnung reingebissen, hatten sie eigentlich alles im Griff. Ein wesentlicher Grund hierfür war die Tatsache, dass sie bei ihren eigenen Angriffsaktionen die Risikobereitschaft etwas zurückfuhren, somit die Anzahl technischer Fehler reduzierten und in der Folge auch die Gegenstoßchancen Groß-Bieberaus minimierten. Zur Halbzeit lagen sie somit immer noch mit 17:14 in Front.

Leider glückte dann allerdings der Start in die zweite Hälfte überhaupt nicht. Trotz zeitweiliger eigener Überzahl kassierten die Zweibrücker Löwen bis zur 34. Spielminute drei schnelle Treffer Maliks, und gerieten damit selbst wieder unter Druck. Jetzt waren die Gäste im Vorteil, vermochten jeweils ein oder sogar zwei Tore vorzulegen. Aber die Zweibrücker Löwen kämpften, um den jeweiligen Rückstand zu reduzieren.

Und es gelang ihnen, selbst bei zeitweiliger doppelter Manndeckung gegen Kubo Balaz und Tim Burkholder, in den letzten fünf Minuten nach 27:29-Rückstand (55. Spielminute) noch den verdienten einen Punkt zu erkämpfen. Thomas Zellmer, der sich in der 57. Minute vom starken Dennis Rybakov düpieren ließ, und dem kurz darauf im Angriff ein technischer Fehler unterlief, erzielte schließlich von Rechtsaußen den Ausgleichstreffer zum umjubelten 31:31.

Vor dem letzten Angriff – vier Sekunden waren hier noch zu spielen – nahm Gästetrainer Florian Bauer noch einmal eine Auszeit. Zum Glück für die 64er, scheiterte eben Rybakov mit seinem letzten Wurf und es blieb bei der Punkteteilung, die angesichts des spannenden Spielverlaufes irgendwie auch ein gerechtes Ergebnis darstellte.

Schade ist hingegen, dass die Zweibrücker Löwen aus den beiden letzten, wirklich guten Spielen gegen den Tabellenzweiten und den Tabellenfünften „nur“ einen Zähler holten. Das könnte am Saisonende zu wenig sein. Zu wenig, um den Klassenerhalt noch zu schaffen. Auf jeden Fall erbrachten die 64er aber auch am Samstagabend wieder den Nachweis, dass sie sich an das Leistungsniveau der dritten Liga herangearbeitet haben.

Sie haben nun am kommenden Wochenende ein ganz wichtiges Auswärtsspiel beim bereits feststehenden Absteiger TSG Münster auf dem Programm, ehe es am 4. Mai im letzten Heimspiel gegen die Bundesliga-Reserve der Rhein-Neckar-Löwen, dann jedoch um 19 Uhr in der Westpfalzhalle, um die letzten Heimpunkte gehen wird. Zum Abschluss folgt noch die Auswärtsaufgabe bei der SG Köndringen/Teningen. Wahrlich kein einfaches Restprogramm, wenn man noch vier Punkte aufholen muss.

Auf einen Blick:

SV 64 Zweibrücken: Nils Kawolus und Philipp Serr (n.e.) im Tor – Tim Burkholder 7/2, Kubo Balaz 7, Aris Wöschler 6, Thomas Zellmer 4, Benni Zellmer 3, Jonas Denk 2, Erik Pohland 2, Dominik Schweizer.

TSG Groß-Bieberau: Markus Podsendek, Andre Kramatschek (18. - 30.) im Tor - Michael Malik 11/4, Dennis Rybakov 6, Yannick Göbel 4, Alexander Lemke 4, Mathias Konrad 2, Tobias Seel 2, Alexej Rybakov 1, Nils Arnold 1, Florian Bauer.

Zeitstrafen: 6:4 min., Siebenmeter: 3/2 - 4/2, Zuschauer: 380, Schiedsrichter: Andreas Reiser / Heiko Weber (Ulm/Uffing).