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3. November 2013 - Darmstädter Echo

Handball, Dritte Liga – Groß-Umstadt spielt Bieberau/Modau in Darmstadt einen Streich

 

 

Husarenstreich: Die Spieler des TV Groß-Umstadt feiern am Samstagabend in der Darmstädter Böllenfalltorhalle den 27:25 -Erfolg im Derby gegen die MSG Groß-Bieberau/Modau .  Foto: Jürgen Pfliegensdörfer

Die Böllenfalltorhalle in Darmstadt ist für Groß-Bieberau sportlich kein gutes Pflaster. In den Derbys gegen TV Groß-Umstadt gab es bisher ein 26:28, 24:24, 25:25 und vor 1400 Zuschauern am Samstagabend in der Dritten Liga ein 25:27 (14:16). Die Gäste – cleverer, geschickter im Rückraum und mit den besseren Individualisten – verbuchten wichtige Zähler im Abstiegskampf.

Am Samstagabend wurde wieder deutlich: In Darmstadt wird das jährliche Angebot der MSG Bieberau/Modau in der Böllenfalltorhalle gern angenommen. Mit 1400 Zuschauern hat sich der Umzug zumindest finanziell gelohnt. Sportlich quittierten die Odenwälder eine bittere Pleite. Ärgerlich, weil dumm, obendrein die Disqualifikation (Rote Karte) von Steve Baumgärtel in der letzten Minute nach einem Frust-Foul. Dem Linkshänder droht eine Sperre.

Beim TV Groß-Umstadt machte sich überraschend Milos Hacko warm. Mit der am Donnerstag vollzogenen Verpflichtung des früheren slowakischen Nationaltorwarts gelang Abteilungsleiter Holger Zindt ein Coup. Hacko (39) stand bis vor fünf Monaten beim Zweitligisten SG Bietigheim im Tor. Nun holte Zindt den Routinier, der sich inzwischen in der Slowakei selbstständig gemacht hat, zurück bis 30. Juni 2014. Überwiegend nur für die Spiele, denn Julian Sahm ist länger verletzt.

Hacko reichte schon, die um Groß-Bieberaus Angriff zu beeindrucken. Alleine acht Postentreffer und reichlich versiebte Chancen erlaubte sich die 20 Minuten lang überlegene MSG. Groß-Umstadts Dreh- und Angelpunkt, der 18 Jahre alte Maximilian Bettin (10/3 Tore), blies dann zur Attacke und warf vorn die Tore. Körperlich und geistig beweglich, variabel beim Wurf und selbstbewusst, führte das hochveranlagte Talent Regie und drehte das Spiel – eine Augenweide.

In den letzten zehn Minuten vor dem Wechsel zerfiel auch die Abwehr der Gastgeber, und die Verunsicherung wuchs. Das 8:7 (20.) bedeutete die letzte Führung im kampfbetonten Derby. Der enttäuschende Rückraum tauchte ab. Dem jungen und mutigen Spielgestalter Darren Weber (5) war es zu verdanken, dass Bieberau/Modau Anschluss hielt. Seine Schlagwürfe bekam der untrainierte Hacko nicht zu greifen, ebenso die Würfe von Linksaußen Yannick Göbel (4).

Die zweite Hälfte war von Kampf geprägt, die spielerische Linie ging auf beiden Seiten verloren. Teilweise kopflos verzettelten sich Angreifer in Einzellaktionen. Die Akzente setzten wieder die Gäste mit Bettin – der Mitte der zweiten Halbzeit platt wirkte, eine Pause gebraucht hätte, aber noch drei wichtige Siebenmeter verwandelte – und Phillip Becker (8) der seine Ladehemmung ablegte. Schnell stand es 19:15 und 21:18.

Dann rastete Linksaußen Michiel Lochtenbergh aus. Der Niederländer ging Steve Baumgärtel mit beiden Fäusten an den Hals. Den starken Schiedsrichtern Tobias Lay und Kai Morlock zückten Rot (42.) – ein übles Foul. Minuten später sah Groß-Umstadts zweiter böser Bube, Kreisläufer Oliver Schulz, Rot – nach drei Zwei-Minuten-Strafen (45.). Den Gästen fehlten zwei wichtige Abwehrspieler. Sebastian Paul war das umjubelte 23:23 (52), doch Groß-Bieberau stand sich weiter selbst im Weg. Der enttäuschende Michael Malik (2/2) scheiterte frei an Torwart Hacko. Nach dem Abpfiff feierten die Gäste ausgelassen, während die Gegner wortlos verschwanden.