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22:30 – Baunataler Handballer gegen Groß-Bieberau bei erster Heimniederlage völlig von der Rolle

 

baunatal. Als das hässliche und doch herbeigesehnte Schnarren der Schlusssirene endlich der Demütigung des Favoriten ein Ende bereitete, waren 14 Baunataler Handballer bedient, 800 Zuschauer fassungslos und Ralf Horstmann sprachlos. „Nach diesen 60 Minuten die richtigen Worte zu finden, fällt schwer“, gestand der Trainer ein. Und räumte nach der 22:30 (7:14)-Pleite der Eintracht gegen die MSG Groß-Bieberau/Modau ein: „Ganz ehrlich: Eine Erklärung habe ich für diesen Auftritt jetzt noch nicht. Vielleicht am Dienstag, wenn wir uns zum nächsten Training treffen.“


Ganze sechs Minuten hatten die Großenritter wie ein Drittliga-Tabellenführer gespielt: „Perfekt, von der Abwehr über den Torwart bis zum Verwerten des Balls.“ Felix Geßner (2) und Paul Gbur hatten ein 3:0 herausgeworfen - „und ihr auf der Tribüne, wir auf der Bank und die Spieler selbst - wir alle dachten, das Ding läuft heute“, beschreibt Horstmann den nach dem Fehlstart in Leipzig (0:5) eine Woche zuvor nun endlich perfekten Auftakt.

Doch dem Traumstart folgte „ein kollektiver Blackout“, wie der Trainer angesichts des anschließenden Debakels befand. „Wir haben den Kopf verloren.“ Nach elf Minuten glich Buschmann erstmals aus, fortan legten die Gäste immer vor. Als Paul Gbur zum 6:6 traf, waren die Großenritter letztmals auf Augenhöhe. In den verbleibenden zwölf Minuten bis zur Pause traf nur Marvin Gabriel noch einmal ins Schwarze zum 7:11 - der Rest war Chaos und Hektik im Baunataler Angriff.

Gabriel selbst, aber auch Dennis Weinrich bekamen nie Ordnung ins Spiel. Auch auf den anderen Positionen waren die Männer von der Bank erstmals keine Alternativen zum schwächelnden Stammsechser. „Unsere 3:2:1-Deckung, deren System wir uns in der Winterpause hart erarbeitet haben, hat auf Anhieb super geklappt. Damit haben wir die Baunataler, die uns im gewohnten 6:0-Verbund erwartet hatten, so überrascht, dass sie der Schlüssel zum Erfolg war“, bilanzierte der Kasseler Markus Podsendek (27) im MSG-Trikot strahlend. Was dennoch auf seinen Kasten kam - „wie geplant fast nur noch von außen“ - entschärfte er zumeist und stellte seine Gegenüber damit klar in den Schatten.

Die Eintracht, die den Rivalen im Hinspiel mit 32:21 vom Feld geputzt hatte, bekam im Angriff keinen Stich, kassierte in der Abwehr auch von außen viel zu viele neue Rückschläge und war der letzten Hoffnung auf eine erfolgreiche Aufholjagd beraubt, als nach Paul Gbur (27.) auch Christoph Koch (37.) nach rustikalen, aber unglücklich unfairen Attacken die Rote Karte sah.

Ob es nun daran lag, „den Gegner nach dem 3:0 zu leicht genommen zu haben“, wie Florian Ochmann befand; „an einer gewissen Überheblichkeit, die der Gegner hart bestraft hat“, wie Marek Werner sagte; oder aber „an der stetig wachsenden Angst, Fehler zu machen und so immer mehr zu verkrampfen“, wie Marvin Gabriel sinnierte - das war letztlich egal.

Der Primus hatte mächtig einen aufs Dach bekommen. Und will nun beweisen, dass es ein Ausrutscher war, der ohne Psycho-Knacks bleibt. Am nächsten Samstag in Pirna. Aber nicht nur Trainer Ralf Horstmann weiß: „Dort haben wir noch nie gewonnen.“

Von Gerald Schaumburg