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20.01.2014
MSG II / Fabian Ruhl

Uff – Handball ist halt doch Kopfsache
Es ist immer wieder ein Phänomen, wie man vor Spielen seitens eines Trainerstabs (bei uns Seitz/Trautmann) warnen und wie wenig davon tatsächlich von den Spielern umgesetzt werden kann. Eigentlich war klar: Der Gegner spielt gegen den Abstieg, hat eine junge, agile Truppe, spielt vor eigenem Publikum und der Gastgeber muss zudem zeigen, dass die Abwärtsspirale des Gesamtvereins gestoppt worden ist. Es wird also heiß!

Allen Warnzeichen zum Trotz war man seitens der MSG 2 in den ersten 20 Minuten hoffnungslos überfordert. Der Gegner schaffte es mit einfachen Einzelaktionen zum Torerfolg, eine Abwehr stand dem nicht gegenüber. Im Angriff wurden zu viele technische Fehler produziert und dementsprechend fehlte auch das Glück des Tüchtigen, was sich an 4 Pfostenwürfen in der Anfangsphase zeigte. Über die Stationen 3:1 und 7:4 konnte der Gastgeber seine individuellen Stärken ausspielen. Insbesondere der Rückraum von Großwallstadt setzte dabei die maßgeblichen Akzente und der Innenblock der MSG kam jeweils den entscheidenden Schritt zu spät. Mit der Einwechslung von Flo Bauer und der Umstellung der Abwehrformation beim Spielstand von 9:4 konnte so zumindest der Trend gestoppt werden und über die Stationen 11:6 und 14:9 das Spiel ausgeglichen gestaltet werden. An eine Verkürzung des Abstands war jedoch nicht zu denken. Am Ende der ersten Hälfte leuchtete dementsprechend ein 19:14 an der Anzeigetafel auf.

Die Kabinenansprache des Trainergespanns der MSG zeigte Wirkung. Flo Bauer konnte die Abwehr mit Beginn der zweiten Hälfte zusammenschweißen. Im Angriff steigerte Andi Wolf seine Regieführung. Vom Spielstand 20:15 startete die MSG 2 eine starke Aufholjagt und konnte mit einer 4-Tore-Serie zum 20:19 verkürzen (38. Minute). Der erste Ausgleich gelang kurze Zeit später zum 21:21. Ab diesem Zeitpunkt konnte man das Potential des Tabellenführers in fast jeder Aktion erkennen. Die Pfostenwürfe der ersten Halbzeit wurden in platzierte Torwürfe mit Torerfolgen umgemünzt und die jungen Spieler um Julian Tröller und Nils Metzen (4 von 4 Siebenmetern in der zweiten Hälfte) spielten fehlerfrei. Mit einem weiteren Lauf setzte sich die MSG auf 21:26 (45. Minute) ab. Damit war die spielerische Gegenwehr des Gastgebers gebrochen und über die Stationen 24:29 und 28:33 (52. Minute) ging das Spiel in die Endphase. Es wurde hektischer und aggressiver, was von den souveränen Schiedsrichtern (Wilde/Zeiler) mit Ruhe und Geschick – und ohne unnötige persönliche Strafen – durchschifft wurde. Mit dem Endstand von 30:34 konnte die MSG 2 zwei wichtige Zähler zur Verteidigung der Tabellenführung einfahren. Das Spiel war ein erneuter Beweis dafür, dass Handball (zum Glück) zu großen Teilen Kopfsache ist.

Ein besonderer Dank gilt Flo Bauer und unserer ersten Mannschaft, die es mit Ihrem Sieg gegen den Tabellenführer der 3. Liga, im Nachhinein die schwierige Fragestellung gerechtfertigt haben, Ihren Trainer für uns abzustellen.

Nachruf und ohne im Nachhinein schmutzige Wäsche zu waschen (deshalb ohne Bezeichnung einzelner Spieler): Dem Verfasser fällt auf, dass in dieser Saison zumindest die Bereitschaft bewusste Verletzungen von Gegenspielern in Kauf zu nehmen, gestiegen zu sein scheint. In einer Gemengelage war in diesem Spiel der Versuch eines Spielers der Gastgeber auszumachen, einen gezielten Kopfstoß – der zum Glück sein Ziel verfehlte – gegen unseren Trainer zu platzieren. Über andere Eskapaden in unserer BOL, fernab von dieser Begegnung, gibt es in Zeiten von Online-Videoportalen sogar erschreckende Videos. Selbstverständlich sind das Einzelmomentaufnahmen! Trotzdem sollten alle Spieler ihres dazu beitragen, selbst diese Einzelfälle zu vermeiden.