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Handball, Dritte Liga – Groß-Umstadt und MSG Groß-Bieberau/Modau trennen sich 22:22

17. März 2014 - Darmstädter Echo

 

 


 
Tordrang: TV Groß-Umstadt und MSG Groß-Bieberau/Modau trennten sich am Samstagabend 22:22. Maximilian Bettin erzielte für die Gastgeber 9/6 Tore. Links Gästespieler Alexander Lemke  Foto: Jürgen Pfliegensdörfer
 

 

Spannung, Kampf, Krampf. TV Groß-Umstadt und MSG Groß-Bieberau/Modau teilten sich im Derby der dritten Handball-Bundesliga am Samstagabend mit 22:22 (9:11) die Punkte. Vor 800 Zuschauern fehlte auf beiden Seiten der kreative Ideengeber. Starke Abwehrreihen und Torhüter prägten das Spiel. Im Angriff haperte es vor allem im Rückraum.

 

Das Spiel war nichts für Zuschauer mit schwachen Nerven. Obwohl das Derby zwischen den südhessischen Drittligisten über weite Strecken an spielerischer Qualität litt – Spannung herrschte bis zur Schlusssirene. Zwei Sekunden vor dem Abpfiff jubelten die gut 200 mitgereisten Schlachtenbummler der Gäste. Da überwand Linkshänder Rechtsaußen Jan Döll Torwart-Routinier Milos Hacko zum 22:22.

 

Der groß gewachsene Slowake war wie im Hinspiel für das Derby eingekauft – sein wohl letztes Gastspiel für Groß-Umstadt. Gerade in der ersten Halbzeit hielt Hacko die Gastgeber mit starken Paraden im Spiel. Nach dem Abpfiff war er erst einmal bedient. Denn die Vorderleute hatten nach der ersten Führung (47.) in der 55. Minute den Sieg in der Hand. Florian See traf in Unterzahl zum 21:17. Die Gäste, Mitte der zweiten Halbzeit im Angriff kopf- und ratlos – vor allem im Rückraum – steckten aber nicht auf.

 

„Wir haben mit vier Toren geführt. Diesen Vorsprung müssen wir nach Hause bringen. Leider haben wir in den letzten fünf Minuten den Kopf verloren“, tadelte Torwart-Hüne Hacko, der immerhin eine ehrgeizige und giftige Abwehr vor sich hatte.

 

Zwei bewegliche 3-2-1-Formationen dominierten den Vergleich. Beide Angriffsreihen taten sich schwer. Es fehlte auf jeder Seite der Spielgestalter, um die geschickten Verteidigungslinien zu knacken oder das Tempo zu variieren. So litt das Derby unter vielen erfolglosen Einzelaktionen und unvorbereiteten Würfen. Häufig hob das Schiedsrichter-Duo Hütt/Köpplin den Arm wegen Zeitspiels, und das schon in der ersten Halbzeit. Ausdruck der Ratlosigkeit im Angriff.

 

Trotzdem hätte Groß-Bieberau/Modau, gestützt auf den starken Torhüter Markus Podsendek, in den ersten 30 Minuten höher führen müssen. In der 40. traf die MSG schließlich zum 15:12. Danach herrschte plötzlich Sturmflaute. Haarsträubende Abspielfehler, schwache Würfe: bis zur 53. Minute gelang ein einziger Treffer. Obwohl die Abwehr stark spielte, erzielte Groß-Umstadt, das im Angriff lange Zeit vom jungen Maximilian Bettin (9/6) und seinen Siebenmeter-Treffern lebte, in der 47. Minute die erste Führung durch Kai Kramer. Das 16:15 weckte auch die Zuschauer auf.

 

Nach dem 17:21 war es Nils Arnold (6), Groß-Bieberaus bester Spieler, der die Anschlusstreffer warf. Viel öfter, gradliniger und zielstrebiger hätten die Nebenspieler den dynamischen Kreisläufer und die Flügel Jan Döll (rechts) und Alexander Rohaly (links) bedienen müssen. „Wir haben uns den Punkt am Ende redlich verdient, weil wir nie aufgesteckt haben und in der ersten Hälfte auch viele spielerische Vorteile hatten“, rang der ausgepumpte Arnold nach Luft.

 

Auf der Bank hatte sich Trainer Florian Bauer das Trikot übergestreift, weil Sebastian Paul nach einem Verkehrsunfall am Vormittag ausfiel.

 

Bei Groß-Umstadt bescherte die Einwechslung des lange verletzten Torjägers Florian See (3) in der Schlussphase Tore und Struktur im Angriff. Dennoch hielt der Vorsprung nicht, weil der Ball immer wieder hektisch und fahrlässig verspielt oder verworfen wurde – beim 22:21 Sekunden vor dem Abpfiff.

 

Das Unentschieden stimmte beide Seiten nicht glücklich. Aber im Prestige-Gipfel wahrten beide Lager ihr Gesicht.

TV Groß-Umstadt: Hacko, Bolling (im Tor), Bettin 9/6, See 3, Acic, Kraus 2, Geißler 1, Kramer 2, Purucker 1, Eisenträger, Schulz 3, Becker 1. Beste Spieler: Hacko, Bettin.

MSG Groß-Bieberau/Modau: Podsendek, Bar (im Tor) – Göbel 2, Kolb, Malik 4/1, Baumgärtel, Buschmann 4/1, Lemke, Rohaly 2, Bauer, Weber 1, Arnold 6, Döll 3.
Beste Spieler: Podsendek, Arnold.
Zeitstrafen: 4/4, Siebenmeter: 6/6 und 3/2, Zuschauer: 800.