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Seit nunmehr fast fünf Wochen ist Ralf Ludwig, A-Lizenzinhaber, der neue

Mann auf der Trainerposition des Handball-Drittligisten MSG Groß-Bieberau/Modau.

Daher nutzen wir die Gelegenheit und lassen den Coach einmal zu Wort kommen.

 

Herr Ludwig, Trainer bei der MSG Groß-Bieberau/Modau. Wie fühlt sich das an?

 

Ralf Ludwig: Auch wenn die MSG Groß-Bieberau/Modau ja erst in Ihre zweite Saison geht, so empfinde ich es trotzdem so, dass ich hier in einem Verein mit einer ausgeprägten Handballtradition tätig sein darf. Das erfüllt einem mit Stolz und motiviert natürlich auch ungemein. Ich habe als kleines Kind bereits die Spiele der ersten Mannschaft in Groß-Bieberau verfolgt, dann als Jugendlicher und schließlich selbst ein Jahr in Groß-Bieberau gespielt. Die Derbys mit Groß-Umstadt gegen Groß-Bieberau waren jeher für mich ein Highlight der Handball Saison. Und von daher fühlt es sich schon toll an, jetzt selbst auf der Kommandobrücke dieses Traditionsvereines zu stehen, der quasi schon mein ganzes Handballerleben eine gewissen Präsenz hat.

 

Thomas Göttmann, zuletzt Florian Bauer - beides Identifikationsfiguren bei der MSG.

Sie trainierten die Ligakonkurrenten aus Groß-Umstadt und Wallau. Wie sind Sie hier aufgenommen worden?

 

Ralf Ludwig: Nahezu perfekt. Mit der Arbeit meiner Vorgänger will ich gar nicht in Verbindung gebracht werden. Beide haben hier in Groß-Bieberau zweifelsfrei großes geleistet. Davor habe ich Respekt und zolle meine Anerkennung. Ich habe damit aber nicht im geringsten etwas zu tun und gehe völlig unvoreingenommen und mit meinen Ideen an die Arbeit mit dem neuen Team. Die Mannschaft und auch das nahe Umfeld haben mich nach meinem Empfinden super aufgenommen. Die Zusammenarbeit mit meinem Co-Trainer und vor allem auch mit Sven Trautmann als MSG II Trainer ist bisher "Sensationell" und macht einfach Spaß. Zudem gibt es im näheren Umfeld der Mannschaft bekanntermaßen einige Personen, die für die Mannschaft und auch für mich quasi alles tun und nahezu optimale Bedingungen schaffen. Aktuell fühle ich mich sehr gut aufgenommen und rundum wohl.

 

Wie sind Ihre ersten Eindrücke von der Mannschaft?

 

Ralf Ludwig:

Die ersten Eindrücke der Mannschaft und der bisherige Verlauf der Vorbereitung sind für mich sehr zufriedenstellend. Würde ich etwas anderes sagen, wäre ich nicht ehrlich. Aber genau das ist es, was mich auch etwas beunruhigt. Allerdings verliefen die letzten beiden Spiele dann wiederum nicht nach unseren Vorstellungen, so dass nun langsam doch unsere Defizite und Entwicklungspotenziale deutlich zum Vorschein kamen. Insofern bleibt aktuell festzustellen: Es gibt viel zu tun, gehen wir es an! Das Team - oder zumindest der größte Teil - macht dies bisher sehr gut.

 

Sie sind in der Handballregion ein bekannter Trainer. Wie würden Sie sich selbst

charakterisieren?

 

Ralf Ludwig: Diese Frage beantworte ich nicht wirklich gerne. Aber ein von mir sehr geschätzter Trainerkollege hat mir mal gesagt: "Selbstreflektion ist der höchste Grad der Intelligenz". Insgesamt bin ich schon sehr ehrgeizig und glaube fest an die Macht der Details. Dies macht mich an der ein oder anderen Stelle sehr sensibel im Umgang mit vermeintlich kleinen Dingen die große Auswirkungen haben können. Zudem kann ich wohl nicht verleugnen, dass ich durchaus mit Emotionen bei der Sache bin und Handball für mich eine gewisse Herzblutangelegenheit bedeutet. Dies verlange ich dann selbstverständlich auch von allen anderen in unserem Team. Grundsätzlich setze ich sehr stark darauf, dass es sich bei Handball um einen Teamsport handelt. In einem Team kann man letztlich nur erfolgreich sein, wenn sich jeder seiner eigenen Verantwortung bewusst wird. Der Erfolg des Ganzen erwächst einzig aus der Verantwortung des Einzelnen. Gerade junge Menschen haben das leider oft noch nicht so verinnerlicht, wie ich mir das wünsche.

 

Sie treffen auf eine wiederum verjüngte Mannschaft. Wie wird sich das auf ihre Spielphilosophie auswirken?

 

Ralf Ludwig: Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen dem jungen Team und meiner Spielphilosophie. Meine Spielphilosophie beruht auf einer grundsätzlichen Struktur mit gewissen und wünschenswerten individuellen Freiheitsgraden. Diese zu entwickeln braucht Geduld und Trainingsfleiß. Hinzu kommt die erforderliche individuelle Förderung der jungen Spieler, von deren Entwicklung wir dann natürlich profitieren werden.

Ich muss allerdings zugestehen, dass ich gerade diese Woche beim Versenden der Mannschaftsliste mit Geburtsdaten für ein Vorbereitungsturnier ein wenig erschrocken bin...da sind unsere zwei "Oldies" mit Jahrgang 1984, unser TW '89 und LA '88. Und dann wimmelt es Jahrgänge 1992-1996, wobei die 1992 beim Kicken schon bei "Alt" spielen müssen.

 

Können Sie bereits das Leistungsniveau Ihrer Mannschaft einschätzen?

 

Ralf Ludwig: Nein, dass kann ich leider aktuell nicht bzw. tue mir noch schwer damit. Wir haben in Groß-Bieberau/Modau viele junge, talentierte weil entwicklungsfähige Spieler. Es mangelt zweifelsfrei etwas an Erfahrung und es bleibt abzuwarten ob hier unsere zwei erfahrenen Spieler die Mannschaft so führen können wie ich mir das wünsche. Mir stehen auf jeder Position zwei, teilweise sogar drei Spieler zur Verfügung. Bei allen Vorteilen die ein solcher Kader bietet, erwartet uns sehr viel Arbeit innerhalb des Mannschaftsgefüges. Damit unsere Stärke der Ausgeglichenheit auch auf dem Spielfeld zum tragen kommt, bedarf es neben viel Training vor allem enorm viel Teamfähigkeit jedes Einzelnen. Es bleibt abzuwarten, wie es uns gelingen wird, aus der Vielzahl von vermeintlichen Einzelkönnern eine schlagfertige Mannschaft zu formen, in der jeder seine Stellung voll akzeptiert und seinen, u.U. subjektiv etwas kleineren, dafür um so wichtigeren Teil für eine erfolgreiche Saison beitragen wird. Hier kann ich nur von ersten, positiven Eindrücken berichten, aber noch keine wirkliche Einschätzung abgeben.

 

Welche Erwartungen haben Sie an die Mannschaft, an sich und das Umfeld der MSG?

 

Ralf Ludwig:  An meine Mannschaft und auch an mich habe ich lediglich die Erwartung, stets alles Erdenkliche zu tun, damit wir als Team erfolgreichen und schönen Handball bieten können. Erfolgreich ist dabei reine Definitionssache. Diese werde ich gemeinsam mit meinem Team für uns entsprechend definieren. An das Umfeld habe ich keine Erwartungen. Ich wünsche mir nur für die vielen jungen Talente, dass Sie die notwendige Geduld haben und auch bekommen, sich zu guten Handballern zu entwickeln. Dies geht leider bekanntermaßen nicht so schnell, wie dass die Spieler selbst aber vor allem auch deren persönliches Umfeld vielleicht denken.

 

Wenn ich einen Wunsch freihätte ...

 

Ralf Ludwig: ...würde ich die Halle im Wesner gerne wieder als stimmungsträchtige Handballhochburg erleben... ...mit einem Höhepunkt am letzten Spieltag gegen das hoch einzuschätzende Team von Anhalt Bernburg.

 

 

Vielen Dank für das Interview