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3. Handball-Liga 

31.08.2014 22:07 Uhr- Mitteldeutsche Zeitung

 
Kein Durchkommen: Marco Hüls (am Ball) und der DRHV sahen sich einem bissigen Gegner ausgesetzt.  (BILD: bösener)
Von thomas schaarschmidt
Der Dessau-Roßlauer HV startet mit einer bitteren Heimniederlage in die neue Spielzeit. Der Gegner aus Groß-Bieberau/Modau feiert am Ende zurecht.
 

Als Hallensprecher Sören Buchwald kurz vor Ende der Partie obligatorisch die Zuschauerzahl verkündete, da hätte sie eigentlich für Applaus sorgen müssen. Exakt 1020 Fans hatten sich in der Anhalt-Arena eingefunden, um Zeuge des Saisonstarts des Dessau-Roßlauer HV zu werden. Sie waren mit viel Hoffnung und Optimismus erschienen, genährt von einer im Sommer personell aufgefrischten Mannschaft, die in der Vorbereitung durchaus zu überzeugen wusste. Doch jetzt, nach den ersten knapp 55 Minuten der neuen Spielzeit, war diese kleine Euphorie einem anderen Gefühl gewichen: Ernüchterung.

Auszeit schon nach fünf Minuten

„Wir sind mit viel Respekt vor Dessau-Roßlau angereist, umso überraschter sind wir, dass es am Ende doch so deutlich geworden ist“, sagte ein „hochzufriedener“ Ralf Ludwig. Der Trainer der MSG Groß Bieberau/Modau hatte mit seiner Mannschaft in der Anhalt-Arena 31:23 (13:11) gegen den DRHV gewonnen - und deutete dies auch als Fingerzeig für die gesamte Saison. „Meine Mannschaft hat sich das Ziel Platz eins bis fünf gestellt“, sagte Ludwig, „und ich denke, das ist auch realistisch.“

Die MSG leistete sich gestern Abend nur eine kurze Schwächephase: Zwischen der 15. und 25. Minute, als sie einen Fünf-Tore-Vorsprung (5:10) wieder hergab. Zuvor hatten beide Teams eine Anfangsviertelstunde geboten, wie sie vielleicht nur zu einem Saisonstart möglich ist: Aggressiv, hohes Tempo und Intensität - und das auf beiden Seiten. Dessau-Roßlaus Coach Manfred Breu musste jedoch schon nach fünf Minuten die erste Auszeit nehmen. „Wir haben keinen Zugriff in der Deckung gehabt“, meinte Breu. Die Quittung war ein 1:5-Rückstand. Danach fing sich der Gastgeber. Auch weil Daniel Schmidt jetzt in den Abwehrblock rückte, Marco Hüls und Lukas Krug trafen und Schlussmann Federico Sincich ein, zwei Bälle hielt. Beim 11:11 (27.) war die Partie wieder ausgeglichen, eines aber fiel schon in den ersten dreißig Minuten auf: Manfred Breu wechselte viel. Auf fast allen Positionen. Hüls und Neuzugang Franz Breu teilten sich die Zeit im Aufbau nahezu, der gestern blasse und in der Vorwoche angeschlagene Kapitän Robert Lux erzielte das erste DRHV-Tor des Tages - danach aber keins mehr, saß viel auf der Bank. Die Wechsel hatte auch für die Abwehr Folgen: Immer neue Formationen bekamen die robusten und im Angriff flexibleren Gäste nicht zu packen. Die MSG zog, in Szene gesetzt vom starken Ex-Wallauer Benedikt Seeger (10/3), direkt nach der Pause wieder auf fünf Tore weg (13:18/35.). „Benedikt hat optimal Regie geführt und unsere Abwehr war sehr präsent“, meinte Ralf Ludwig. Dessau-Roßlau hingegen sammelte technische Fehler und schwache Abschlüsse. „Unsere Angriffseffektivitiät war jenseits von Gut und Böse“, meinte Manfred Breu.

Torhüter ohne Akzente

Auch die beiden Schlussmänner Sincich und Christian Hoffmann konnten keine Akzente setzen. Eine Viertelstunde vor dem Ende beim 16:22 war klar: Die ersten zwei Punkte der Saison würden nicht an den DRHV gehen. „Sie hatten Pech, heute auf ein Team zu treffen, dass am Limit gespielt hat“, meinte Ralf Ludwig über seine MSG. Dessau-Roßlau hat bis zu dieser Zielmarke noch viel Arbeit vor sich.

DRHV: Sincich, Hoffmann, Pavlicek 3, Schöne 1, Breu 4, Donath 1, Vanco 1, Lux 1, Sliwka 4/4, Krug 5, Schmidt 0, Hüls 3