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Dritte Bundesliga 11.04.2016

 

Derbysieg in letzter Sekunde

 

Darmstädter Echo - Von Bernd Kalkhof

GROSS-BIEBERAU - Die MSG Bieberau/Modau feiert einen glücklichen 28:27 (14:15)-Erfolg gegen die HSG Nieder-Roden. Der Siegtreffer fällt zwei Sekunden vor Schluss.

 

Benedikt Seegers Routine und ein satter Wurf. Das waren die entscheidenden Attribute am Freitagabend in einem packenden Handball-Derby. Spielstand 27:27, noch 20 Sekunden zu spielen, Ballbesitz MSG Bieberau/Modau. Es folgen ein einstudierter Laufweg und ein Gewaltwurf von Daniel Zele. Zwei Sekunden vor dem Abpfiff schlägt der Ball im Tor der HSG Nieder-Roden ein. Anschließend kennt der Jubel keine Grenzen.

 

Neben Daniel Zele, der vier seiner acht Treffer in der Schlussviertelstunde markierte, war es besonders Benedikt Seeger, der dem Spiel seinen Stempel aufdrückte. Seeger war eindeutig der Chef im Ring, alle Entscheidungen im Angriff liefen über den routinierten Taktgeber, der zudem mit sieben Treffern glänzte.

 

Wechselfehler nutzt MSG zum Ausgleich

 

Das Spiel war lange ausgeglichen. In der 38. Minute hatte Felix Kossler das 20:17 auf der Hand, scheiterte aber am starken HSG-Torwart Rhein. Dann verspielte die MSG ihren Vorsprung innerhalb von nur 90 Sekunden, lag aufgrund haarsträubender Fehler im Spielaufbau plötzlich mit 21:23 im Hintertreffen. Doch dank leidenschaftlicher Abwehrarbeit und eines immer besser haltenden Markus Podsendek kämpften sich die Odenwälder wieder heran. Bei eigener 26:25-Führung fabrizierte Nieder-Roden seinen zweiten Wechselfehler, mehr als ärgerlich. Schließlich nutzten die Gastgeber die daraus folgende Überzahl in der 57. Minute zum erneuten Ausgleich und schließlich zum sehr glücklichen Siegtreffer.

 

Es sind die regionalen Vergleiche, die im Leistungshandball für das Salz in der Suppe sorgen. Auch das Aufeinandertreffen der beiden südhessischen Spielgemeinschaften war an Spannung und Emotionen kaum zu überbieten. 800 Zuschauer waren begeistert von der Partie, die eigentlich keinen Sieger verdient hatte.

 

Dass man das Glück auch im Handball nicht pachten kann, mussten besonders die Gäste anerkennen. Nur eine Woche zuvor noch hatten die Rodgauer ihrerseits den TuS Fürstenfeldbruck auch mit einem Last-Minute-Tor geschlagen, nun stand man nach einer sehr engagierten Leistung selbst mit leeren Händen da. Ungewöhnlich entspannt präsentierte sich Nieder-Rodens Trainer Alexander Hauptmann auf der Pressekonferenz nach dem sehr fairen Derby. „Dieses Mal war die MSG der glückliche Sieger, letzte Woche wir“, befand Hauptmann, der es sich nicht nehmen ließ, das aufmerksame Schiedsrichtergespann Bargmann/Stein zu loben.

 

Ralf Ludwig sah es ähnlich und sprach von einem rassigen Duell, wie man es sich wünscht. Dann kam der ehrgeizige MSG-Trainer nicht umhin, seine personell erneut ausgezehrte Mannschaft zu loben, die mit Maxi Schubert und Lucas Lorenz wieder wichtige Kräfte ersetzen musste: „Wir haben 37 Punkte geholt. So viele Zähler hatte die MSG in der Dritten Liga noch nie. Der vierte Tabellenplatz ist uns nicht mehr zu nehmen, ein Riesenlob an meine Mannschaft.“

MSG: Podsendek und Müller (im Tor), Seeger 7, Kossler 5, Zele 8, Buschmann 1, Malik 2/2, Weber 1, Jost 3, Rohaly 1, Arnold und Büttner, Haupttorschützen Nieder-Roden: Kohlstrung 9/7, Setnikar 4, Schmid 4, Weidinger 3, Zutic 3, Zeitstrafen: 3/4, Siebenmeter: 4/2 und 6/5, Zuschauer: 800.