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Handball, dritte Liga / Darmstädter Echo

 
Die MSG Groß-Bie­berau/Mo­dau hat trotz der vermeidbaren 258:298 (14:12)-Niederlage gegen den TV Großwallstadt mit dem Umzug in die Darmstädter Böllenfalltorhalle wieder Mal alles richtig gemacht.
 
 
1350 Zuschauer wollten am Freitagabend trotz spätsommerlicher Schwüle das Drittliga-Derby zwischen der MSG Groß-Bieberau und Altmeister TV Großwallstadt verfolgen. Obwohl der Vergleich nach starker ersten Spielhälfte unnötig verloren ging, zogen die Verantwortlichen  der MSG eine äußerst positive Bilanz. Ei­nen heißen Kampf lie­fer­ten sich die bei­den Mann­schaf­ten und viel zu tun bekamen auch die vielen freiwilligen Helfer des Vereins aus der Odenwälder 6000-Seelen-Gemeinde. „Der große Aufwand hat sich gelohnt. Für solch ein hochsommerliches Wetter haben wir eine Riesen-Resonanz bekommen“, freute sich Manager Georg Gaydoul, der am Freitag insgesamt zwölf Stunden für des Spiel ackerte. Ehrenamtlich, versteht sich.  
Sportlich scheinen sich die Ausflüge ans Böllenfalltor indes nicht lohnen. Erst eines von sechs Pflichtspielen konnten die Odenwälder gewinnen. Es scheint eine Kopfsache. In der Schlussviertelstunde hatten die Schwarz-Gelben genügend Möglichkeiten, die Partie positiv zu gestalten. Robin Büttners Treffer zum 24:23 war in der 48.Minute das letzte Feldtor, anschließend gelang nur noch ein Siebenmetertreffer. Es war augenscheinlich niemand wollte in der hektische Schlussphase die Verantwortung für den Torwurf übernehmen. Benedikt Seeger, Till Buschmann und Kris Jost hatten gemeinsam zuvor schon 16 Möglichkeiten liegen lassen. So wurde der Ball am Ende zweimal auf Rechtsaußen Büttner gespielt, der aus totem Winkel keine Möglichkeit besaß, zu treffen. Großwallstadt machte die Chancen rein und gewann dementsprechend auch verdient.  Die Mainfranken wurden zu Spielbeginn überrascht von der sehr offensiv ausgerichteten Falken-Deckung. . Doch nach dem 1:4 nutzten die Bayern die großen Räume ihres bärenstarken Kreisläufers Patrick Gempp. Der Juniorennationalspieler traf fünfmal und war an acht weiteren Toren beteiligt. Warum die Südhessen allerdings permanent an dieser offensiven Ausrichtung festhielten, erschloss sich dem Betrachter nicht. Schließlich hat der Konkurrent keine ausgemachten Distanzwerfer in seinen Reihen.
Heiko Karrer war nach dem Abpfiff  natürlich überglücklich. Den Erfolg bei den Falken schien der Gästetrainer gar nicht auf dem Schirm gehabt zu haben. Der in den letzten Jahren sehr erfolgreiche Jugendtrainer schätzt das Leistungsvermögen seiner jungen Rasselbande deutlich realistischer ein als viele Anhänger und Mitglieder im Umfeld des Traditionsvereins.
Karrer schien sogar verärgert über die vielen Äußerungen zum Thema Meisterschaft. „Es braucht Zeit, aus diesen vielen jungen Talenten ein Spitzenteam zu formen. Auch die Spieler müssen erst ihre Erfahrungen sammeln“, sagte Karrer. Bis auf den 33-jährigen Routinier Michael Spatz, der mit 13 Treffern zum Mann des Abends wurde, waren es beinahe ausnahmslos junge Talente aus der eigenen Akademie, die für den ersten Saisonerfolg sorgten. Für die meisten der rund 13500 Zuschauer war der Ausgang des Derbys zweitrangig. Sie erfreuten sich an einem spannendes Spiel, in welchem man die Richtung bis in die Schlussminuten nicht erkennen konnte. Noch viel schöner war für viele ehemalige Handballer aber das Wiedersehen mit alten Freunden und Kontrahenten. Lange noch standen gut 200 Zuschauer vor der Halle und diskutierten in die laue Spätsommernacht hinein.
 
Stimmen zum Spiel:
Falken-Trainer Ralf Ludwig: „Einige unserer Schlüsselspieler konnten ihre Leistung heute nicht abrufen. Irgendwie ist es hier in der Halle auch eine Kopfsache“.
Felix Beck (spielte früher für beide Teams im Tor):
„Die MSG hat in Darmstadt scheinbar ein mentales Problem. Dort bringen sie ihren Handball nie auf die Platte“.
Thomas Göttmann (langjähriger Trainer der TSG Groß-Bieberau):
„Das ist echt eine tolle Sache hier in Darmstadt, weil man so viele alte Weggefährten trifft. Bei beiden Teams müssen sich die Torhüter steigern, wenn man die Ambitionen erfüllen will.“.
Jochen Cezanne, Ex-Handballer und Hobbyfotograf aus Walldorf:
„Die MSG hat sehr druckvoll begonnen, aber Großwallstadt hat dann über den Kampfgeist zurück ins Spiel gefunden und verdient gewonnen“.